27.05.2020

Wenn der Holunder blüht

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Seit einigen Tagen blüht er wieder über und über – der Holunder. Die meisten kennen die kleinen bis baumartigen Sträucher mit ihren schirmtraubigen Dolden von Spaziergängen am Waldesrand oder in Parks. Er ist jedoch auch gerne gesehener Gast in Gärten. Denn bereits in der nordischen Mythologie der Germanen existierte die Vorstellung, dass „Freya, die Beschützerin von Haus und Hof, sich den Holunderbusch zum Wohnsitz auserwählt habe“ und der Holunder Negatives in die Erde ableiten würde.

 

Heute ernten wir im Frühsommer die weißen Blüten und im Herbst die dunklen Beeren des Holunderstrauchs. Verwendung findet er in unseren Küchen, aber noch viel wichtiger: in der Vorbeugung und Heilung von Krankheiten. Jedoch aufgepasst: die im Herbst geernteten Beeren haben roh eine leicht giftige Wirkung und sollten daher stets nur in abgekochtem Zustand verzehrt werden.

Jetzt im Mai heißt es aber ohnedies die breitgefächerten weißen Dolden zu ernten. Werden die Blüten getrocknet, ergeben sie ein natürliches Hilfsmittel bei beginnenden Erkältungen oder auch wenn diese bereits aufgetreten ist. Er regt den Schwitzvorgang an und soll auch blutreinigende Wirkung haben. In der traditionellen europäischen Alpenmedizin wurde Holunder auch gegen Entzündungen eingesetzt. Diese Wirkung wurde zwischenzeitlich auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Wer die tollen Blüten lieber für kulinarische Genüsse nutzen will, dem stehen zahlreiche Möglichkeiten offen. Die wohl bekannteste und meist verbreitete Verarbeitung ist jene zum Sirup. Verdünnt mit Wasser ist er eine herrliche Erfrischung an heißen Tagen oder ein Extra im Salatdressing. Aber auch Gelees sind beliebt oder die prickelnde Version als Holundersekt. Und wer den Holunder ganz und gar verspeisen will, dem empfehlen wir das „Holerschöberl“ auch gebackener Holunder genannt. Dabei werden die Blüten durch einen Backteig ähnlich dem Palatschinkenteig gezogen, in heißem Fett herausgebacken und anschließend mit Zucker bestreut serviert.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ernten, verarbeiten und genießen des Holunders.

[Foto: (c)pixabay]


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