15.09.2020

Burnout - (Aus)brennen für den Job

Burnout rechtzeitig erkennen und behandeln.

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Prim. Dr. med. univ. Hanspeter Stilling, Ärztlicher Leiter Psychiatrische Rehabilitation im Gesundheitsressort Königsberg, erklärt kurz und prägnant was es mit Burnout auf sich hat und warum die Symptomatik sehr tückisch sein kann.

 

Mittlerweile identifizieren sich immer mehr Menschen mit dem Burnout-Syndrom, aber was ist der Auslöser und ab wann drohen wir „auszubrennen“?

Ausbrennen kann nur, wer vorher für etwas gebrannt hat. Betroffen sind Personen, die einen hohen inneren Leistungsanspruch und Perfektionismus zeigen, sich nicht abgrenzen und nicht Nein sagen können. Aber auch Personen die Überstunden leisten und am Wochenende sowie im Urlaub arbeiten zählen zur Risikogruppe. Schätzungen zufolge sind bereits 27% der ÖsterreicherInnen Burnout gefährdet.

 

Ich fühle mich nach einem langen Arbeitstag häufig schlapp und antriebslos. Sind das typische Charakteristika von Burnout?

Typische Symptome sind Müdigkeit, Erschöpfung, Unfähigkeit zur Entspannung, Abstumpfung gegenüber Interessen und Beziehungen, Antriebsminderung und viele weitere körperliche Symptome. Da auch Erkrankungen und Depressionen hinter Letzterem stehen können, ist eine ärztliche Abklärung meistens notwendig. Ein Burnout steht immer im Zusammenhang mit der Arbeit, während Depressionen viele andere Ursachen haben können!

 

Wie kann man dieser emotionalen Erschöpfung entgegenwirken? Ist eine anschließende Rückkehr in den Alltag wieder möglich?

Burnout ist kein Grund für eine dauerhafte Berufsunfähigkeit, aber Strategien sind für Betroffene zwingend notwendig, um nach der Rückkehr in die Berufswelt nicht wieder in alte Muster zurück zu fallen. Pausen, Komfortzonen und Lob sind am Arbeitsplatz wichtig. Beruf, Familie und die Zeit für sich selbst müssen in Balance sein. Es braucht eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit.

 

[Foto: (c)shutterstock]


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